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Dienstag, 6. Mai 2014

Misserfolge als nützliche Steine auf dem Weg

Mein heutiges Zeichenpapier betrachte ich als Übungsterrain. Ein Bild wird daraus nicht mehr. Aber zunächst will ich doch zeigen, was ich beabsichtigt hatte:


Dieses Rentierauge, in das ich in finnisch Lappland geblickt hatte, hat es mir einfach angetan. Wenn man ganz genau hinschaut, kann man den Fotografen (meinen Mann) und mich im Auge des Tieres sehen. Genau das wollte ich zeichnen. So lange es um feine Details ging, kam ich ganz gut voran. Aber dann ... das Fell! 
Da ich das Zeichnen mithilfe des Buchs "Garantiert zeichnen lernen" (von Betty Edwards) begonnen hatte, hing ich nun in der Uhr. Ich habe mir bisher noch keine Techniken angeeignet, habe immer versucht, die Vorlage nur genau genug anzuschauen, um sie zu zeichnen. Das funktioniert, so lange es klar abgegrenzte Bereiche gibt, Messbares, Abzirkelbares. Aber wie zeichnet man Fell? 

Also noch einmal ... das Auge lässt mit absichtlich überzeichneter Abstufung bereits erkennen, was darin versteckt ist. Ein detailreiches Zeichnen war erforderlich. Das habe ich schon oft gemacht. 


Doch was nun? Ich kann doch nicht fleckchenweise vorangehen, wenn ich eine ganze Fellstruktur abbilden will. Die Versuche, dies auf unterschiedliche Weise zu bewältigen, füllen nun das Papier, mein Übungsterrain. Und trotzdem komme ich nicht voran mit meiner Methode, die ja eigentlich gar keine ist. Das Ergebnis hier:



Ganz links bin ich mit großen Bleistiftstrichen angefangen. Das gefiel mir nicht. Näher am Auge habe ich es mit kleinen, feinen Strichen versucht, diese mit dem Papierwischer verwischt, dann mit einem Radierstift hellere Partien herauszuholen versucht. Nein ... damit kommt man auch nicht zu einer sinnvoll strukturierten Gesamtfläche. Hm ... mir fehlt einfach die Technik. 
Misserfolg kann zum Aufgeben führen oder zu der Einsicht, dass man etwas zu lernen hat. Ich wähle den zweiten Weg, will weiter vorankommen.
Also werde ich mich mal mit Übungen zum Thema "Tierfell" befassen müssen. Z. B. solche, wie diese hier aus einem Buch:


Ich werde mal weiter in meiner Literatur und in diversen Zeichenzeitschriften nachblättern, was für Übungen und Ratschläge ich noch finde.

Nur Übung macht den Meister!! Also ran ... Fellstrukturen zeichnen üben ...  und die Birke zum Jungenportrait zeichnen (na also, es geht doch was!)

P.S.:
Ich habe auf anderen Rentierfotos noch einmal genau hingeschaut. Man erkennt KEINE Wimpern! Das, was ich für Wimpern hielt, müssen einzelne längere Fellhärchen sein, die sich im Augapfel spiegeln.

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