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Montag, 3. April 2017

Jenseits aller Schwellen

Ich hatte von meinem Mann eine dünne Holzscheibe gezeigt bekommen, die beim Absägen eines Pfahls abgefallen war. "Halt! Nicht wegwerfen!", rief ich und nahm sie erst mal mit auf meinen Schreibtisch. Ein paar Tage später telefonierte ich mit einer Freundin und begann mit dem, was andere Menschen Telefonkritzelei nennen. Ich habe auf meinem Schreibtisch mehrere Buntstiftsortimente stehen, die ich farblich nach kalten und warmen Tönen sortiert habe. So fing ich - völlig abgelenkt durch das angeregte Plaudern - an zu kolorieren. Nach dem Telefongespräch hatte ich den unteren Teil der Scheibe fertig. Und beim Betrachten sah ich plötzlich etwas, kolorierte den oberen Teil mit einer anderen Farbfamilie und schon dabei entstand in meinem Kopf dieser Text zum Bild:

Als der Schöpfer die Meere erschaffen hatte, darin vielerlei Getier schwamm, darunter auch die Fische, wollte sich eines dieser Tiere nicht mit der Grenze des Wassers abfinden.

Was mochte wohl darüber sein?

Die Neugier des ihm innewohnenden Schöpferwesens lockte es immer wieder an diese Grenze heran. Hatte es doch alles ausgelotet, was unter dieser Grenze existierte.

Niemals würden sich Lebewesen aller Art damit abfinden, sich mit dem ihnen zugewiesenen Raum zu begnügen. Einzelne von ihnen sollten als Pioniere zu allen Zeiten ausbrechen und dabei ganz neue Räume erkunden.

Ein helles Licht durchdrang diese Grenze von oben, war aber nur undeutlich erkennbar.

Wie sehr drängte das Sehnen diesen Einzelgänger nun nach etwas ganz Neuem, nach etwas noch nie Erfahrenem. Wie sehr drängte es ihn, tief herabzutauchen in sein bekanntes Lebensreich und von dort einen riesigen Anschwimm zu nehmen, der es ihm ermöglichen sollte, die Wasserfläche zu durchbrechen.



Wie farblos erschien ihm inzwischen das ihm nur zu gut bekannte Lebensreich, bis er seinen Körper im Aufsteigen drehte, drehte und drehte …



und dabei in einem spiraligen Auftrieb urplötzlich die Grenze seines Reiches durchstieß. Eine ungeahnte innere Kraft war dabei sein Motor gewesen.



Sein Sehnen hatte all seine Ängste übertönt und mit einem mutigen Sprung war es ihm so gelungen durchzubrechen und das wärmende Antlitz des glühenden Lichts im für ihn völlig neu entdeckten Raum zu schauen. Mit seinem Sehnen hatte sich schon längst die körperliche Fähigkeit des Atmens in ihm entwickelt. So zog er mit den ihm gewachsenen Lungen einen tiefen Zug aus der Luft, die sich über der Grenze seines Reiches befand und zugleich füllte er sich mit dem Licht des überwässerigen Bewusstseins. Mit neu erworbenem Wissen, das seine vorherige Ahnung ersetzte, kehrte der Pionier zurück in sein bekanntes Nass, wo er fortan von seinem Erlebnis Zeugnis gab. Es war fast unmöglich, den anderen zu vermitteln, was sie hinter der Grenze ihrer Welt erwarten würde. Es war fast so, als wolle man einem lebenslang Blinden die Welt der Farben erklären, für die dieser nicht den entsprechenden Sinn entwickelt hatte.
Einen Weg, die Seelen der Sehnsüchtigen mit dem Wunder des Lebens zu befruchten, ist die Form des Märchens. Und aus diesem Grunde wurde dieses Märchen vom Fisch, der durch die Wassergrenze stieß und sich dabei in einen Wal verwandelte, geschaffen.

All-so wird es auch immer einzelne Menschen geben, denen ihr irdisches Daseinsfeld nicht genügt und die die Grenze zum Über- oder Außerirdischen, zur nächsten Dimension zu durchstoßen versuchen. Was mag hinter der Grenze des luftigen Daseins existieren? Hat der Mensch schon die Organe in sich vorbereitet, die zum Eintauchen in diese nächste Dimension erforderlich sind? Und was wird ihn, den ewig Neugierigen, hinter dieser Grenze erwarten?
Es gibt Menschen, die bereits fühlen, dass es eine weitere Existenz hinter der Grenze ihrer beschränkten Sehfähigkeit gibt. Beim Träumen und / oder kreativen Tun ahnen sie bereits, was sie in diesem neuen Raum erwartet. Es bedarf der Geduld der Evolution, um die erforderlichen Körperorgane umzuschulen. Oft sind es noch nicht klar zu umreißende Wahrnehmungen, die solchen Menschen zuteilwerden, doch ahnen sie das Morgenrot einer noch unbekannten Welt, die schon ewig existiert.
Wir dürfen uns geduldig darauf freuen, unser Sein als weiter und größer erfahren zu können, wenn wir aus dem uns bekannten Leben in ein neues hineinschießen, in dem das Licht des Bewusstseins heller und schöner erscheint, als wir es je in unseren Träumen wahrnehmen konnten.
Es gibt für uns Menschen am Rande unserer irdischen Existenz ein besonderes (fast über-)irdisches Phänomen, das uns ein nur schwaches Abbild davon gibt, was uns in der nächsten Dimension erwarten könnte …

REVONTULI
DAS POLARLICHT




Anmerkung:
Aus wissenschaftlicher Sicht ist der Wal aus einem Landtier, einem Huftier des Eozäns hervorgegangen. Dies ist der Autorin des vorangegangen Textes sehr wohl bewusst, doch soll der Text eine Parabel über die treibenden Kräfte der Evolution darstellen. 


© Rêvant-Uli am 2. April 2017

Dienstag, 20. August 2013

Tulip in progress


Die Farbstiftarbeiten sind abgeschlossen. Nun bin ich für die Steigerung der Dynamik mit einem feinen Pinsel diagonal von Ecke zu Ecke den Regenbogenfarben folgend über das Papier gefahren. Diese Spuren werden zum Schluss nur ganz dezent angedeutet sein, weil ich die Farbfelder ja auch noch mit dem Pinsel vermale. 
Im rechten unteren Quartal des Bildes kamen die Farben nicht passend zusammen. Fein! Genau das fehlte dem Bild noch. Das ist der Punkt, an dem das System ins leblose Schwarz-Weiß abstürzt, der aber eigentlich Initiativmoment für den anstehenden Wandel ist.
So wie ein Mensch niemals gesund stirbt, sondern zuvor mehr oder weniger krank ist und ins Leiden abgleitet, durch den Tod dann erlöst wird, so gerät auch das farbige Spiralwerk in einen fehlerhaften Moment hinein, der das Ende vom Ende einläutet und damit einen Neuanfang auf der nächsten Ebene möglich macht - das Explodieren der Tulpe aus dem Zusammenbruch der Mitte.

Hier die noch recht deutlich sichtbaren Spiralen:


An einigen Stellen rechts im Bild habe ich bereits mit dem Nassvermalen begonnen. Die Schwarz-Weiß-Felder werden nach dem Trocknen am Schluss zart über den Farben weiter fortgeführt werden. Auch dabei wird der Fehler auftauchen - der Fehler im System, der auch System des Universums ist. Wer sich weiter in dieses Thematik vertiefen möchte, der klicke hier und wundere sich ... eine humorvolle Art, die Welt zu erklären!
Übrigens ist der Fehler auf meinem Bild entstanden, weil ich nicht darauf geachtet habe, eine gerade Zahl von nach außen führenden Linien zu zeichnen. Vielleicht ist Gott auch nicht vollkommen - wer weiß? Ein Fehler als Daseinsursprung ... ? 

Montag, 19. August 2013

Auf der Staffelei

Manchmal ist es gut, wenn man ein angefangenes Bild einfach stehen lässt. Vor allem dann, wenn einen die Lust zum Malen nicht weiter treibt. Dann kann es passieren, dass man mit einem bestimmten Thema beschäftigt ist und das angefangene Bild plötzlich als geeignete Projektionsfläche zur Auseinandersetzung damit erkennt. Eine ganz neue Richtung bekommt das Bild dann, ganz anders als ursprünglich gedacht. Was ich damit genau meine, werde ich bei Fertigstellung noch umfangreich erläutern. So viel schon mal: Es geht um das Überwinden von Krisen, wie sie jeder Mensch durchlebt. So wird in meinem Tulpenbild Realistisches mit Spirituellem vermischt. Heute Abend habe ich mir eine Pause verordnet. Das bisherige Ergebnis zeige ich aber schon mal:


Die äußeren Kreise werden immer weiter ins Schwarz-Weiß-Kontrastierende übergehen. Die Farbfelder sollen noch nass bearbeitet werden, so dass sie mehr und mehr im Schwarz-Weiß-Kontrast und damit in der Leblosigkeit landen ... nein, mehr verrate ich noch nicht.

Freitag, 14. Juni 2013

Rainbow-Art - Die Kunst des Sehens


Ich habe mich schon vor langer Zeit gern künstlerisch ausgedrückt, allerdings auf ganz andere Weise. Gemeinsamer Nenner waren die Regenbogenfarben, die ich sehr liebe. Ich lasse mich auch gern auf vielfältige Sichtweisen ein und kam deshalb auf die Idee, mein Auge mit einer regenbogenfarbigen Iris zu zeichnen. Das Auge habe ich mit Kohle - vor dem Spiegel sitzend - gezeichnet und anschließend die Iris mit Aquarellstiften koloriert und mit Pinsel nass vermalt. Die Spirale in dem Auge symbolisiert eine den Wandlungen folgende Sichtweise der Dinge. Alles hat seine Zeit, alles kommt und geht, was winzig war, wird groß und platzt oder zerbröselt irgendwann wieder, was jung war, wird alt und stirbt. Der Wandel ist das einzig Bestehende:

Der All-Chimist

Das Äußere geht vorüber.
Es ist dem Wandel unterworfen.
Doch ewig bleibt der Wandel.
Er ist das Gold, das nie vergeht.
In ihm liegt das Glück.
Mit den Augen sehen wir nur schäbig sich verfärbendes Blei.
Doch das Gold,
das sehen wir nur mit dem Herzen.
Finde dieses Gold - es ist dein Glück.

Lukina-ULL-Rike  06.02.2002 

Montag, 10. Juni 2013

EYE'm free!

Ein neues Bild entsteht ... etwas ganz anderes. Ein Seelenbild, das darstellt, was in mir ist. Ich kann nun völlig unbelastet über meine Zeit verfügen ... LEBENSZEIT! Und ich betrachte die Welt so, wie ich sie mag. Mein Auge schaut hierhin, dorthin, entdeckt die neue Farbigkeit des Lebens, nachdem eine Tür hinter mir ins Schloss gefallen ist. Die Freude macht sich wieder breit. 

Zudem habe ich mir ein Buch aus dem Regal geholt mit dem Titel Richtig zeichnen mit Farbstiften. Irgendwie musste nach den vielen Graustufen mal Farbe her. Mithilfe des Buchs habe ich erstmal meine Farbstiftsammlung studiert. Oh ja, sie ist wirklich brauchbar, denn alle Stifte sind nicht nur hochwertig, farblich differenziert, sondern auch noch mit Wasser vermalbar. Ich legte mir nur 6 Stifte zurecht und begann zu erfinden. Anregung war mir der Deckel des Farbkastens von Brevillier's CretaColor Aquarellstiften

Ich zeichnete ähnliche frei erfundene Flächenformen, die ich mit je einer der 6 Farben ausmalte und ließ dabei auch Ovale frei, die ich beim Vermalen der Farbe mit Pinsel und Wasser einfach mit der Restfarbe aus dem Pinsel übermalte. 
Und was habe ich nun schon so oft gezeichnet? AUGEN! So gestaltete ich die ovalen Felder gegenständlich. Anschließend werde ich zur Verstärkung der Plastizität und der "Straßen" zwischen den Feldern noch die Ränder der Felder mit Bleistift schattieren - so, wie es schon angedeutet bei einigen Feldern zu sehen ist.

Hier das bisherige Ergebnis:


Zum fertigen Bild wird es einen passenden "Seelentext" geben.

Mittwoch, 29. Mai 2013

Üben und fantasieren

Beim Üben von Linien und Schattierungen entstand nebenbei eine Fantasiezeichnung. Ich hatte zwei schwungvolle Linien gezeichnet und diese auf einer Seite schattiert. Dann "schaute" mich das Gebilde "an" und bat um Vervollständigung zu einer deutbaren Zeichnung. Das kam dabei heraus:


Unser Lebensweg -
Deiner und meiner
und aller Lebewesen

eine Illusion durch Lebensraum und Weltraum 

beleuchtet durch die Wahrnehmung
des einen 
GOTTES
DEINES
Auges

im Licht der Wahrheit
der Dreieinheit
von
GOTT
MENSCH
GEIST

der alles in allem webt

von 
EWIGKEIT
zu
EWIGKEIT

verankert in der
FÜLLE
des
SEINS

unser Lebensweg -
Deiner und meiner
und aller Lebewesen


Lukina am 29.5.13

Dienstag, 14. Mai 2013

Mein Schmerz - vermenschlicht ...

Gefühle lassen sich auch als Menschen darstellen. Als ich die letzten zwei Tage mit angestellten Beinen zur Entlastung meiner Bandscheiben im Bett verweilte, habe ich in meinem Zeichenbuch mal versucht, den gefühlten Schmerz in einen Menschen zu verwandeln. So sah er aus:


Ich taufte ihn Mister Pain. Aus reiner Neugierde gab ich diesen Namen mal bei Google ein. Ob es ihn  im WeltWeiten GeWebe gibt? Ich wurde fündig - na, dagegen ist mein Exemplar ja ein richtig netter Waisenknabe! 
Der Pfeil deutet auf die Folgeseite hin, auf der ich den Schmerz abstrakt gezeichnet habe.

Montag, 13. Mai 2013

Verbildlichter Schmerz

Schmerz ist ein stark bestimmendes Moment in meinem Leben. Wenn mein Rücken mal wieder gar nicht mitmachen will, so wie in den letzten drei Tagen, liege ich mit angewinkelten Beinen im Bett und tue trotzdem das, was ich gerne tue - zeichnen. Dabei drücke ich auch mal künstlerisch aus, was ich fühle:


Im Zentrum des Fühlens - der Schmerz!
Ein schwarzer, eingeengter Energiepunkt,
der sich in elektrischen Blitzen nach beiden Seiten entlädt.
Mein Atem, der Sauerstoff wird blockiert, erreicht den Schmerz nicht, wird wieder umgeleitet,
kehrt zurück und verlässt den Körper dort, wo er in ihn hineinzog,
durch die Nase.
Ich stehe nur auf schwachen Füßen.
Die Energie, die im Schmerz steckt,
will umgesetzt werden
und wirkt durch meine zeichnende Hand.
Die alles nährende Sonne strahlt trotz allem in und außerhalb von mir 
und ist vereint mit meinem kleinen (Glühbirnen-)Licht,
das seiner Geburt entgegensieht.
ALL*ES*will geboren werden!

Hinter dem Bild,
das ich in meinem Sonne-Mond-Sterne-Buch gezeichnet habe,
erscheint - zufällig? - ein Geist ...
schaut genau hin:


Es ist der Geist von Frida Kahlo,
die ich auf der nächsten Seite gezeichnet habe.
Gerade so,
als wolle sie mir sagen:
"Weißt Du, wie schlimme Schmerzen ich gehabt habe 
und dass ich gerade daraus meine Energie zum Malen bezogen habe?"
Frida Kahlo ging übrigens im selben Jahr von dieser Erde,
in dem ich geboren wurde.

Hier meine Studie ihres Gesichts: