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Donnerstag, 10. August 2017

Chi - die Lebensenergie

Seit noch nicht allzu langer Zeit führe ich täglich eine bestimmte Qigong-Übung durch. Sie nennt sich Zhineng Qigong. Sie ist geeignet, den Fluss der Lebensenergie "Qi" im Körper zu fördern. Fließt diese Energie ausbalanciert in uns, so fühlen wir uns frisch und lebendig, verbunden mit der Welt und klarer in der Wahrnehmung.

Heute habe ich mir die Übung nur auf dem Bildschirm angesehen und - wie bei einer Telefonkritzelei - die Bewegungen dabei gemalt.

Das Ergebnis:


Ich bewegte dabei ausnahmsweise mal nicht meine Hände und Arme im Raum, sondern den Stift auf dem Papier, nachdem ich mir die Körperumrisse in einfachen Linien auf dem Papier vorgezeichnet hatte.

Hier die Übung, die dazugehört. Ich wünsche Dir eine gute Entspannung!

Montag, 3. April 2017

Jenseits aller Schwellen

Ich hatte von meinem Mann eine dünne Holzscheibe gezeigt bekommen, die beim Absägen eines Pfahls abgefallen war. "Halt! Nicht wegwerfen!", rief ich und nahm sie erst mal mit auf meinen Schreibtisch. Ein paar Tage später telefonierte ich mit einer Freundin und begann mit dem, was andere Menschen Telefonkritzelei nennen. Ich habe auf meinem Schreibtisch mehrere Buntstiftsortimente stehen, die ich farblich nach kalten und warmen Tönen sortiert habe. So fing ich - völlig abgelenkt durch das angeregte Plaudern - an zu kolorieren. Nach dem Telefongespräch hatte ich den unteren Teil der Scheibe fertig. Und beim Betrachten sah ich plötzlich etwas, kolorierte den oberen Teil mit einer anderen Farbfamilie und schon dabei entstand in meinem Kopf dieser Text zum Bild:

Als der Schöpfer die Meere erschaffen hatte, darin vielerlei Getier schwamm, darunter auch die Fische, wollte sich eines dieser Tiere nicht mit der Grenze des Wassers abfinden.

Was mochte wohl darüber sein?

Die Neugier des ihm innewohnenden Schöpferwesens lockte es immer wieder an diese Grenze heran. Hatte es doch alles ausgelotet, was unter dieser Grenze existierte.

Niemals würden sich Lebewesen aller Art damit abfinden, sich mit dem ihnen zugewiesenen Raum zu begnügen. Einzelne von ihnen sollten als Pioniere zu allen Zeiten ausbrechen und dabei ganz neue Räume erkunden.

Ein helles Licht durchdrang diese Grenze von oben, war aber nur undeutlich erkennbar.

Wie sehr drängte das Sehnen diesen Einzelgänger nun nach etwas ganz Neuem, nach etwas noch nie Erfahrenem. Wie sehr drängte es ihn, tief herabzutauchen in sein bekanntes Lebensreich und von dort einen riesigen Anschwimm zu nehmen, der es ihm ermöglichen sollte, die Wasserfläche zu durchbrechen.



Wie farblos erschien ihm inzwischen das ihm nur zu gut bekannte Lebensreich, bis er seinen Körper im Aufsteigen drehte, drehte und drehte …



und dabei in einem spiraligen Auftrieb urplötzlich die Grenze seines Reiches durchstieß. Eine ungeahnte innere Kraft war dabei sein Motor gewesen.



Sein Sehnen hatte all seine Ängste übertönt und mit einem mutigen Sprung war es ihm so gelungen durchzubrechen und das wärmende Antlitz des glühenden Lichts im für ihn völlig neu entdeckten Raum zu schauen. Mit seinem Sehnen hatte sich schon längst die körperliche Fähigkeit des Atmens in ihm entwickelt. So zog er mit den ihm gewachsenen Lungen einen tiefen Zug aus der Luft, die sich über der Grenze seines Reiches befand und zugleich füllte er sich mit dem Licht des überwässerigen Bewusstseins. Mit neu erworbenem Wissen, das seine vorherige Ahnung ersetzte, kehrte der Pionier zurück in sein bekanntes Nass, wo er fortan von seinem Erlebnis Zeugnis gab. Es war fast unmöglich, den anderen zu vermitteln, was sie hinter der Grenze ihrer Welt erwarten würde. Es war fast so, als wolle man einem lebenslang Blinden die Welt der Farben erklären, für die dieser nicht den entsprechenden Sinn entwickelt hatte.
Einen Weg, die Seelen der Sehnsüchtigen mit dem Wunder des Lebens zu befruchten, ist die Form des Märchens. Und aus diesem Grunde wurde dieses Märchen vom Fisch, der durch die Wassergrenze stieß und sich dabei in einen Wal verwandelte, geschaffen.

All-so wird es auch immer einzelne Menschen geben, denen ihr irdisches Daseinsfeld nicht genügt und die die Grenze zum Über- oder Außerirdischen, zur nächsten Dimension zu durchstoßen versuchen. Was mag hinter der Grenze des luftigen Daseins existieren? Hat der Mensch schon die Organe in sich vorbereitet, die zum Eintauchen in diese nächste Dimension erforderlich sind? Und was wird ihn, den ewig Neugierigen, hinter dieser Grenze erwarten?
Es gibt Menschen, die bereits fühlen, dass es eine weitere Existenz hinter der Grenze ihrer beschränkten Sehfähigkeit gibt. Beim Träumen und / oder kreativen Tun ahnen sie bereits, was sie in diesem neuen Raum erwartet. Es bedarf der Geduld der Evolution, um die erforderlichen Körperorgane umzuschulen. Oft sind es noch nicht klar zu umreißende Wahrnehmungen, die solchen Menschen zuteilwerden, doch ahnen sie das Morgenrot einer noch unbekannten Welt, die schon ewig existiert.
Wir dürfen uns geduldig darauf freuen, unser Sein als weiter und größer erfahren zu können, wenn wir aus dem uns bekannten Leben in ein neues hineinschießen, in dem das Licht des Bewusstseins heller und schöner erscheint, als wir es je in unseren Träumen wahrnehmen konnten.
Es gibt für uns Menschen am Rande unserer irdischen Existenz ein besonderes (fast über-)irdisches Phänomen, das uns ein nur schwaches Abbild davon gibt, was uns in der nächsten Dimension erwarten könnte …

REVONTULI
DAS POLARLICHT




Anmerkung:
Aus wissenschaftlicher Sicht ist der Wal aus einem Landtier, einem Huftier des Eozäns hervorgegangen. Dies ist der Autorin des vorangegangen Textes sehr wohl bewusst, doch soll der Text eine Parabel über die treibenden Kräfte der Evolution darstellen. 


© Rêvant-Uli am 2. April 2017

Samstag, 28. Mai 2016

Kleine Idee mit erhoffter großer Wirkung

Neulich war an einer bekannten deutschen Fernsehzeitung, die wir oft kaufen, von außen ein Bogen mit Tieraufklebern angeheftet. Früher habe ich (als GS-Lehrerin) die Aufkleber oft in der Schule verwendet, um erreichte Ziele zu würdigen: Wenn du x Aufgaben bearbeitet hast, gibt es einen Aufkleber.

Inzwischen halte ich nicht mehr viel von dieser Art der Motivation. Sie hat mit der Sache nichts, nein, absolut gar nichts zu tun.

Dennoch kann man diese Aufkleber mit Kindern gemeinsam verwenden. Für ein kleines pädagogisches Projekt, das von winzig zu groß verläuft.
Ein geniales Medium, um mit Kindern das Zeichnen, das Malen zu praktizieren.

Gestern Nachmittag saß ich gemütlich mit einer Tasse Tee auf der Terrasse, holte mir einen Zeichenblock, Buntstifte, einen Bleistift und einen Radierer dazu.

Nun ging es los ...

ich suchte mir einen Aufkleber aus. Die Wahl fiel auf das Küken. Der Aufkleber wurde auf das Zeichenpapier geklebt. Unten rechts ... eine ungute Entscheidung, wie sich später erst herausstellte.

Nun zeichnete ich das Küken vom Aufkleber groß auf das Papier. Zuerst die angedeuteten Umrisse ganz fein mit Bleistift. Auch Schattierungen legte ich an. Dann begann ich mit dem Kolorieren.

So habe ich noch nie gezeichnet. Ich ging locker ans Werk ... schaute mir selbst bei dem Vorgang (von innen) zu, spürte meine Widerstände, meine Kritik, die ich zum Schweigen brachte, indem ich einfach nur noch SCHAUte und HANDelte. 

SCHAU und HAND liefen immer mehr synchron.

Aber etwas störte mich. Was war es bloß?

Plötzlich wurde mir bewusst, dass da etwas war, was meine fließende Wahrnehmung störte: Meine eigene zeichnende Hand! Der Aufkleber verschwand hinter ihr - ich konnte ihn nicht anSCHAUen!

Da war das Bild aber schon fast fertig.

Zum Schluss klebte ich den Aufkleber an die Stelle, an die er beim nächsten Mal kommt - oben links, denn ich bin Rechtshänderin. Wieder etwas dazugelernt!

Mit unserem 6-jährigen Nachbarsjungen habe ich schon Kontakt aufgenommen ...

"Malst du gern?" - "Ja, wieso?" - "Ich habe da eine tolle Idee ..."

Wenn ich die mit ihm verwirkliche, bekommt der Junge übrigens anschließend einen Aufkleber. Wie - was - das hielt ich doch für hohl, für eine rein extrinsische Motivation. Aber nein! Dieses Mal ist mit dem Aufkleber selbst ja ein Lernprozess verknüpft, der Spaß macht! 




Und bei fortgesetztem Üben wird er seine eigenen Lernfortschritte mit Staunen verfolgen ...

Das finde ich sehr spannend!

Montag, 26. Mai 2014

Ein paar Details ergänzt

Heute habe ich meine Effektstifte (letzten Winter vom Tschibo-Regal im Supermarkt gekauft) noch einmal zur Hand genommen und die Grußkarte etwas dekoriert. Als ersten Versuch finde ich die Karte schon verwendbar, habe aber selbst noch allerhand Kritik daran. Die vergrößerte Darstellung macht deutlich, was ich meine.

Leider ist mein schwarzer Micropen von Sakura schon leer gezeichnet (habe mir bereits neue bestellt, liebe TV) und der verwendete Fineliner ist nicht wasserfest. So verlief die mit Pinsel nass vermalte Buntstiftfarbe, was - zumindest, wenn man genau hinschaut - unschön aussieht.

Auch möchte ich diese Art des Zeichnens noch üben, um sicherer und souveräner darin zu werden.

Die einzelnen Bildunterschriften erklären die Anwendung der Effektstifte.


Betonung der Blütenspitzen mit weißem Plusterstift

Anbringen von silbernen und goldenen Perlen mit dem Perlenstift

wie oben

silberner und goldener Perlenstift zieren die Blüten

weißer Plusterstift zum Betonen der Herzblattspitzen

mit Metallglanzstiften in Rot, Grün, Blau hinzugefügte Effekte auf den Samtblütenranken

die andere Seite

und die fertige Karte (der untere Schriftzug ist digital ergänzt)

Montag, 14. Oktober 2013

Tangle-Design - ein neuer Hype?

Merkwürdig, dass ich von so etwas Schönem noch nie zuvor gehört oder gesehen habe ... obwohl ... habe ich nicht schon solcherlei beim Telefonieren gekritzelt? Eine so genannte Telefonkritzelei? Und doch ...

Es geschah am 8.10.2013. Ich blätterte im Supermarkt einige Zeitschriften durch. Gibt es etwas Neues zum Thema "Zeichnen"? Oh ja!! Aus der Zeitschriftenreihe Freude am Zeichnen stach mir das Heft mit dem Titel "Zauberhafte Tangle Designs" ins Auge. Ich nahm es zur Hand, blätterte es nur kurz durch und ließ es gleich in meinen Einkaufswagen gleiten. Vorfreude stellte sich ein. Will ich doch für meine Mutter ein schönes Fotoalbum gestalten. Unendliche Möglichkeiten tun sich da auf. 

Ich hatte also Feuer gefangen. Hm ... ein neuer Hype? Zuhause recherchierte ich weiter zu diesem Design im Internet und wurde von Unmengen wunderschöner Tangles überrascht. Das will ich auch!, war mein erster Gedanke. Und ich machte mich ans Werk.

Hier mein erstes Tangle, ein schwarz-weiß-klassisches, wie es sich gehört:



Ich wäre kein Regenbogenfan, wenn ich dieses kleine erste Werk so lassen könnte. Also scannte ich es ein, druckte es aus und färbte es mit Buntstiften. Von Hand! Da ich gerade aus Norwegen zurück bin, sollte es die Farben der Fjorde und der sie umgebenden Natur erhalten:



Natürlich habe ich das Original nicht verändert, sondern nur die Kopie. Allerdings kam mir beim Kolorieren die Idee, diesen Vorgang mal mit PhotoDraw auszuprobieren. Das müsste doch möglich sein ...

So kann ich meinem ersten Tangle jede beliebige Farbkombination angedeihen lassen. Hier zwei weitere Beispiele:

Ein Tangle mit warmen Holztönen



Ein Griff mitten in die Farbtonpalette der Botanik

Mit dieser Zeichentechnik tun sich ganz neue Welten für mich auf. Tangle-Design lässt sich kombinieren mit meinen Bleistiftzeichnungen, fordert auch sehr viel Geduld (was bei "Solitäraufgaben" absolut mein Ding ist), kann für hübsche Grußkarten verwendet werden, man kann das Gezeichnete wunderbar vervielfältigen und so für unterschiedlichste Zwecke einsetzen.

Und das Schönste an der Sache ...
SIE ENTSPANNEN GANZ WUNDERBAR!

Tipp zum Betrachten:
Klicke das erste Tangle an, dann kannst Du alle der Reihe nach in größerem Format betrachten.

Dienstag, 20. August 2013

Tulip in progress


Die Farbstiftarbeiten sind abgeschlossen. Nun bin ich für die Steigerung der Dynamik mit einem feinen Pinsel diagonal von Ecke zu Ecke den Regenbogenfarben folgend über das Papier gefahren. Diese Spuren werden zum Schluss nur ganz dezent angedeutet sein, weil ich die Farbfelder ja auch noch mit dem Pinsel vermale. 
Im rechten unteren Quartal des Bildes kamen die Farben nicht passend zusammen. Fein! Genau das fehlte dem Bild noch. Das ist der Punkt, an dem das System ins leblose Schwarz-Weiß abstürzt, der aber eigentlich Initiativmoment für den anstehenden Wandel ist.
So wie ein Mensch niemals gesund stirbt, sondern zuvor mehr oder weniger krank ist und ins Leiden abgleitet, durch den Tod dann erlöst wird, so gerät auch das farbige Spiralwerk in einen fehlerhaften Moment hinein, der das Ende vom Ende einläutet und damit einen Neuanfang auf der nächsten Ebene möglich macht - das Explodieren der Tulpe aus dem Zusammenbruch der Mitte.

Hier die noch recht deutlich sichtbaren Spiralen:


An einigen Stellen rechts im Bild habe ich bereits mit dem Nassvermalen begonnen. Die Schwarz-Weiß-Felder werden nach dem Trocknen am Schluss zart über den Farben weiter fortgeführt werden. Auch dabei wird der Fehler auftauchen - der Fehler im System, der auch System des Universums ist. Wer sich weiter in dieses Thematik vertiefen möchte, der klicke hier und wundere sich ... eine humorvolle Art, die Welt zu erklären!
Übrigens ist der Fehler auf meinem Bild entstanden, weil ich nicht darauf geachtet habe, eine gerade Zahl von nach außen führenden Linien zu zeichnen. Vielleicht ist Gott auch nicht vollkommen - wer weiß? Ein Fehler als Daseinsursprung ... ? 

Montag, 19. August 2013

Auf der Staffelei

Manchmal ist es gut, wenn man ein angefangenes Bild einfach stehen lässt. Vor allem dann, wenn einen die Lust zum Malen nicht weiter treibt. Dann kann es passieren, dass man mit einem bestimmten Thema beschäftigt ist und das angefangene Bild plötzlich als geeignete Projektionsfläche zur Auseinandersetzung damit erkennt. Eine ganz neue Richtung bekommt das Bild dann, ganz anders als ursprünglich gedacht. Was ich damit genau meine, werde ich bei Fertigstellung noch umfangreich erläutern. So viel schon mal: Es geht um das Überwinden von Krisen, wie sie jeder Mensch durchlebt. So wird in meinem Tulpenbild Realistisches mit Spirituellem vermischt. Heute Abend habe ich mir eine Pause verordnet. Das bisherige Ergebnis zeige ich aber schon mal:


Die äußeren Kreise werden immer weiter ins Schwarz-Weiß-Kontrastierende übergehen. Die Farbfelder sollen noch nass bearbeitet werden, so dass sie mehr und mehr im Schwarz-Weiß-Kontrast und damit in der Leblosigkeit landen ... nein, mehr verrate ich noch nicht.

Freitag, 9. August 2013

Langsam ...

Da mich gerade allerhand Strickzeug in Bann hält, geht es beim Malen/Zeichnen nur langsam voran. Hier die Tulpe, wie sie heute aussieht:


Die Blütenblätter sind noch nicht fertig! Ich versehe sie immer zuerst mit der Grundfarbe, dann erst, nach dem Trocknen des Papiers - kommt die feinere Ausarbeitung (gelbes Blütenblatt links z. B.).
Und weil die Wirkung noch ganz anders wird, wenn der grüne Hintergrund da ist, habe ich den mal digital reingeschummelt:


oder so:


Klar, der passt nicht, da es sich um Efeu handelt, aber der Eindruck ist doch schon ganz anders. 

Dienstag, 6. August 2013

Kritzelkunst: Walfischrobbe

Als ich meine Aquarellfarbstifte auf Ingres-Papier ausprobieren wollte, kritzelte ich mit ausgewählten Stiften auf dem Papier herum, strich mit einem nassen breiten Pinsel darüber und schaute mir die Wirkung an. Beim Betrachten erschien vor meinem inneren Auge ein Wal, den ich mit meinen PITT Artist Pens von Faber-Castell herausholte. Die Details machten ihn zu einer Walfischrobbe, denn ich gab ihm Flossen und einen zweigeteilten Schwanz. Natürlich gibt es das Tier nicht in Wirklichkeit, aber bei mir auf dem Papier ist es entstanden. Ein Wal ist kein Fisch, auch keine Robbe, aber wer weiß, was die Evolution noch alles hervorbringt?


Samstag, 3. August 2013

Hommage an meinen Vater-selig - ORANGE

Letzte Nacht begegnete mir mein Vater nach langer Zeit mal wieder in einem Traum, nachdem er uns vor fast eineinhalb Jahren verlassen hat. Er holte mich darin vom Bahnhof ab und umarmte mich herzlich. Er trug ein Hemd in kräftigem Orange. Als ich an mir heruntersah, erkannte ich, dass auch ich ein orangefarbiges Oberteil trug. Was für ein schöner Traum! Seiner Kernaussage folgend suchte ich heute etwas Orangefarbiges zum Malen und fand in meinen Blumendateien eine Tulpe in Rot-Gelb-Orange, die ich zu zeichnen begann. 

Dieses Mal setzte ich mich zum Zeichnen direkt vor den PC:


Ich zeichne dieses Mal farbig mit meinen Aquarellbuntstiften, die ich teilweise nass vermale, teilweise zum Zeichnen von Details auch trocken verwende. Hier der Beginn:


Das Zeichnen mit Buntstiften empfinde ich als schwerer, weil ich für die Schatten keinen Papierwischer verwenden und auch nichts mit dem Radiergummi korrigieren kann. Die farbigen Blattstrukturen muss ich sehr konzentriert anlegen, weil sie nicht mehr abänderbar sind.

Mittwoch, 31. Juli 2013

Kritzelkunst: ROT-GELB-BLAU - Der Hahn mit dem Futterneid


Heute Abend wollte meine ringanische Hirnhälfte mal so richtig Spaß haben. Einfach draufloskritzeln ... die einzige luponische Bedingung war: Benutze nur die drei Farben Rot, Gelb und Blau deiner Aquarellstifte. Was dabei herauskam, ist ein Hahn mit Futterneid. Der Kamm ist ihm geschwollen, während er mit Argusaugen um sich schaut, damit ihm nur niemand die kostbaren Körnchen wegschnappt. Die Körner gehen ihm mehr durchs Auge, als dass sie ihn nähren. Sein Pickrausch hat ihm die Zunge nach hinten in den Hals verdreht. Ver-rückt, aber maltechnisch ziemlich unerfahren ... egal - es hat SPASS GEMACHT!

Und hier das Bild mit den verwendeten Farbstiften:





Herumgedölmert ...


Bun, bunt, bunt sind alle meine Farben

Irgendwie habe ich jetzt Lust auf Farben - nach dem vielen monochromen Zeichnen. Also holte ich mein gesamtes Sortiment Aquarellstifte hervor. Das sind wasservermalbare Buntstifte. Den Umgang damit möchte ich nun üben.


Das Sortiment ist stark dezimiert, denn ich hatte es in der letzten Zeit den Kindern in der Schule zur Verfügung gestellt, wollte mir auch schon mal einen neuen Kasten kaufen.

Nun habe ich mir aber erstmal eine Farbkarte gemalt, um zu sehen, wie die Farben auf dem Papier aussehen:


Das ist schon eine ganz große Vielfalt, doch brauche ich ja eigentlich nur die drei Grundfarben Rot, Gelb, Blau (besser: Purpur, Zyanblau und Gelb), um alle anderen Farben mischen zu können. Daran übe ich jetzt erstmal. Leider werden die Mischungen nicht ganz korrekt, weil ich kein Purpur habe. Das werde ich mir in den nächsten Tagen noch besorgen, auch das reine Zyanblau.


Hier ein Eindruck von meiner Farbenorgie auf dem Schreibtisch:


Aus lauter Neugier, wie denn das Malen mit Aquarellstiften gehen kann, zeichnete ich eine Kaffeetasse aus dem Buch ab. Das sollte ich wohl besser nicht tun, denn die Zeichnung ist ja schon durch den Filter des Zeichenkünstlers gegangen. Seht selbst - ein kläglicher Versuch:


Na ja, dann gibt's eben jetzt ein Tässchen Kaffee ...
der wird sicher besser gelingen.

Das wollte ich noch zeigen - kleines Späßchen:
Ein Bild im Bild



Freitag, 14. Juni 2013

Rainbow-Art - AUDIOSPEKTAKULUM


Für die passenden Naturgeräusche zuerst hier oben in den leeren rechten Bereich klicken, dann lesen ...


Innerstädtisches Leben ... fahrende Fahrzeuge, quietschende Bremsen, ein lautes Hupen, ein ohrenbetäubender Presslufthammer, ein schreiendes Kind, vor einem Café wird ein Stuhl geschoben, der Bedienung fällt ein Glas vom Tablett auf den Boden - doch das feine Vogelgezwitscher, das Rauschen der Bäume im Stadtpark dringt nicht durch dieses Spektakel, durch dieses Aufsehen erregende Mosaik von Stadtgeräuschen, das hier für die Augen sichtbar wird. Das Auge sieht nun, was die Ohren in der Stadt hören.

Knatternkreischenwabernschreienlachenzischenhämmernquietschenkrachenklirrenschepperntobenrauschenklopfenraschelnknisternbrummenkrachendonnern ................

Nur linear lässt sich mit Worten wiedergeben, was in der Stadt alles gleichzeitig auf die Ohren einstürmt. 

Ein AUDIOSPECTACULUM entsteht, ein wildes Kunstwerk, wenn man das Gehörte in Farben und Formen umsetzt. Das Leise, die Natur, bleibt außen vor, wirkt farblos hinter dem bunten Getöse. Und doch macht das Bunte, Laute auf die Dauer krank. Erst wenn man das farbige Mosik verlässt und durch seine Grenzen ins Äußere tritt, kommt man in einen entspannten Zustand, in eine Vielfalt von Grüntönen, die sich beruhigend auf die Seele auswirkt. Hier ist das Äußere farblos ... es lockt nicht ... es wird im bunten Treiben für farblos gehalten.

Dieses Bild entstand ganz spontan, wie eine Telefonkritzelei. Gezeichnet habe ich mit schwarzem Fineliner, koloriert mit Farbstiften. Die Thematik entwickelte sich in mir erst während des Zeichnens, ziemlich gegen Ende der Fertigstellung.



In diesem Moment habe ich eine Idee für eine digitale Fortsetzung meines gemalten Bildes. Diese Idee will ich jetzt umsetzen und gleich noch hier veröffentlichen.

19:07
Keine zwanzig Minuten hat es gedauert und ich war fertig. Hier das Ergebnis:


Wie ein krank machendes Virus wirkt das Getöse inmitten des entspannenden Grüns. Und das, obwohl ich die Farbe daraus entfernt habe. Mit Farbe wirkt es wiederum ganz anders auf unsere Seele - fast erschlagend bunt:



Wenn wir meditative Ruhe suchen, eignet sich daher besonders der Wald ohne störende Zivilisationsgeräusche. Wie eine Oase, aus der sich die Seele ernährt, rührt diese Version uns an:



Der Buddhist würde vielleicht noch einen Schritt weiter gehen und mit viel Übung das Städtische, das ablenkend Laute durch Steuerung seines Bewusstseins einfach ausschalten können:


Wenn Du jetzt wählen könntest, welche Version würde Dir in Deinem augenblicklichen seelischen Zustand am meisten zusagen?


Eine Erläuterung zur digitalen Auswahl der Grüntöne:

Gestern hatte ich in meinem Garten ein Efeu fotografiert, das unendlich verschiedene Grünfacetten in sich trägt, abhängig vom Blattalter, von Licht und Schatten. 



Ich wandelte das Foto digital um und legte eine Farbpalette von vielen Grüntönen an, die ich aus dem Bild ermittelte. Das sah dann so aus:


Diese Farben nutzte ich als Referenzfarben zur digitalen Kolorierung der Außenbereiche in meinem Bild AUDIOSPECTACULUM.

Tipp zum Betrachten:
Klicke auf eines der Bilder, so dass dieses in einem neuen Fenster groß angezeigt wird. Dann scrolle mit dem Mausrädchen von Bild zu Bild und lasse die unterschiedlichen Darstellungen auf Deine Seele wirken. Welches passt für Dein Empfinden am besten zur gehörten Waldszenerie?

Mittwoch, 12. Juni 2013

Traum und Wirklichkeit


Nachdem ich vom gezeichneten Ausschnitt unseres Gartens ein Foto gemacht und dieses neben meine Skizze gesetzt hatte, konnte ich mir ein lautes Lachen nicht verkneifen. Interessant, wie man als noch ungeübter Skribbler die Wirklichkeit wahrnimmt. Aber macht das nicht gerade den Charakter einer Skizze aus, dass sie eben nicht exakt ist, sondern die persönliche Wahrnehmung zum Ausdruck bringt?

Dienstag, 11. Juni 2013

Irgendwie lustig ... diese Farben!

Viel Zeit zum Malen habe ich heute nicht gehabt, nur das Kolorieren ist etwas fortgeschritten. Beim Stöbern nach anderen Kunstblogs im Internet stieß ich heute auf eine Zeichnung, bei deren Betrachtung ich kurz lachen musste ... da hat auch jemand einfach drauflos geskribbelt ... das Ergebnis gefiel mir auf Anhieb. Ich will in Zukunft auch etwas mutiger sein und unterwegs öfter mal draufloskritzeln. Auch Gekritzeltes kann seine ganz eigene ansprechende Wirkung haben, auch wenn's nicht perfekt ist.


Sagte heute eine Bekannte zu diesem angefangenen Bild: "Das gefällt mir, das ist so lebendig! Die Babyzeichnungen sind dagegen so genau und auch so zart."

Auf dem Sommerbild ist unser Kirschbaum zu sehen mit dem grünen Vogelhäuschen, in dem dieses Jahr Spatzen wohnten. Im Hintergrund links steht ein Terracottatopf mit einem zu einer Säule geschnittenen Buchsbaum. In dem Buchsbaum steckt ein rostiges Dekogestänge mit Blütenformen daran. Der Haufen links davor ist der Rest vom Fällen zweier Zypressen, zersägte Baumstämme und viele Zweige. Der Baumschnitt muss noch geschreddert und verteilt bzw. entsorgt werden. Am Kirschbaum liegen dicke Steine aus Norwegen. Vorne rechts habe ich ein kleines Rundbeet mitten im Rasen, das von Steinen eingefasst ist. Dort steht ein kleiner grauer Steinengel, der zwei Körbe in den Händen hält. In dem Rundbeet steckt ein rostiger stilisierter Baum mit 5 Glaskerzenhaltern daran. Der Baum steht deshalb so hoch, weil zwischen dem Grundstück und der Straße dahinter ein erheblicher Höhenunterschied ist. Die Straßenfläche verschwindet auf dem Bild hinter der schrägen Böschung, als Nächstes sieht man erst den Weg zum Nachbarhaus.

Das Bild wird bald fertig sein. Ich will es dann zu der Kugelschreiberskizze in mein Skizzenbuch legen. 

Montag, 10. Juni 2013

Das macht Spaß!

Eingescannt und in Schwarz-Weiß ausgedruckt ... die Terrassenaussicht. Und schon geht's los mit dem Kolorieren und dem nassen Vermalen.


Nun habe ich drei Bilder in Arbeit ... sorry ... in Spaß und kann nach Lust und Laune wechseln, je nach Stimmung.

EYE'm free!

Ein neues Bild entsteht ... etwas ganz anderes. Ein Seelenbild, das darstellt, was in mir ist. Ich kann nun völlig unbelastet über meine Zeit verfügen ... LEBENSZEIT! Und ich betrachte die Welt so, wie ich sie mag. Mein Auge schaut hierhin, dorthin, entdeckt die neue Farbigkeit des Lebens, nachdem eine Tür hinter mir ins Schloss gefallen ist. Die Freude macht sich wieder breit. 

Zudem habe ich mir ein Buch aus dem Regal geholt mit dem Titel Richtig zeichnen mit Farbstiften. Irgendwie musste nach den vielen Graustufen mal Farbe her. Mithilfe des Buchs habe ich erstmal meine Farbstiftsammlung studiert. Oh ja, sie ist wirklich brauchbar, denn alle Stifte sind nicht nur hochwertig, farblich differenziert, sondern auch noch mit Wasser vermalbar. Ich legte mir nur 6 Stifte zurecht und begann zu erfinden. Anregung war mir der Deckel des Farbkastens von Brevillier's CretaColor Aquarellstiften

Ich zeichnete ähnliche frei erfundene Flächenformen, die ich mit je einer der 6 Farben ausmalte und ließ dabei auch Ovale frei, die ich beim Vermalen der Farbe mit Pinsel und Wasser einfach mit der Restfarbe aus dem Pinsel übermalte. 
Und was habe ich nun schon so oft gezeichnet? AUGEN! So gestaltete ich die ovalen Felder gegenständlich. Anschließend werde ich zur Verstärkung der Plastizität und der "Straßen" zwischen den Feldern noch die Ränder der Felder mit Bleistift schattieren - so, wie es schon angedeutet bei einigen Feldern zu sehen ist.

Hier das bisherige Ergebnis:


Zum fertigen Bild wird es einen passenden "Seelentext" geben.