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Donnerstag, 21. Januar 2016

Ein Neuanfang ... Männerportrait aus den 30er-Jahren



Ein neues Portrait entsteht. Dieses Mal folge ich meinen Wurzeln und gehe weit zurück in der Zeit. Der Portraitierte ist mit mir eng verwandt und lebte von 1890 bis 1944. Das Vorlagefoto müsste Ende der 30er-Jahre entstanden sein. Genau kann ich es nicht mehr herausfinden, das Datum lässt sich nur ungefähr durch Ausschluss und Eingrenzung ermitteln.

Dieses Mal habe ich nicht mit den Augen begonnen, sondern mit dem Umriss des Kopfes. Erst dann skizzierte ich Augen, Nase und Mund (in der genannten Reihenfolge). Es wird ziemlich spannend, was ich aus so einem alten Foto, das keine hohe Auflösung aufweist, herausholen kann. Die bisherige Zeichenerfahrung dürfte dabei etwas hilfreich sein. Eine spannende Aufgabe!

Kennt sie eigentlich noch jemand, die Vatermörderkragen (oder Kläppchenkragen)? Ja, genau so einen Kragen werde ich bei diesem Bild zeichnen. Ob der Herr damals tatsächlich schon eine Glatze hatte oder sich den Kopf absichtlich kahl rasierte, kann ich nicht mehr ermitteln. Es lebt niemand mehr, der diesen Mann persönlich kannte. Dem Foto nach zu urteilen hatte er jedenfalls kein einziges Haar auf dem Kopf. Auch auf früheren Fotos, z. B. von 1919. War es damals wohl auch schon Mode unter den jungen Männern, sich den Kopf zu rasieren? Allerdings trug er einen kleinen Zweifingerbart unter der Nase, später auch Hitlerbart genannt, der durch den Diktator zu trauriger Berühmtheit gelangte.

Samstag, 9. Januar 2016

Portraitgeschenk - fertig gerahmt


Das Männerportrait plus kleinem persönlichem Beiwerk, weil der Herr während der Arbeit stets einen Querbinder trägt, habe ich nun rahmen lassen. So wie auf dem oberen Foto sollen die beiden Bilder aufgehängt werden. Die kleine "Beizeichnung" soll genau dort - unten rechts neben dem Portrait - ihren Platz bekommen. Warum dort? Die gezeigte Anordnung betont den Quergedanken. Die Fliege soll nur kleines Beiwerk sein, etwas, was als persönliche Besonderheit zu dem Herrn untrennbar dazugehört. Unter dem halben Gesicht würde die Fliege erdrückt. Sie würde auch das Auge des Betrachters zu leicht nach unten, vom Gesicht wegbewegen. Neben dem Portrait angeordnet fügt sie sich auch in meine Vorstellung, dass der Portraitierte vielleicht morgens zu seiner neben dem Spiegel am Vorabend abgelegten Fliege greift, um sie anzulegen. 

Das Gesicht habe ich bewusst zurückhaltend rahmen lassen. Der Portraitierte liebt als innenarchitektonische Elemente die Farben Schwarz, Weiß, Grau - kombiniert mit Glas, Chrom und Naturholz. Dazu als Attraktionspunkte buntfarbige Gegenstände und Textilien. Daher wählte ich ein mattes Silbergrau in Aluminium, eine Rahmenfarbe, die sich optisch zurückhält. Der Portraitierte schaut wie durch einen Fensterausschnitt in den Raum. Ich hörte von einem Betrachter: "Ich fühle mich so, als ob er mich direkt anblickt." Getroffen! So sollte es auch sein!

Als Glas wählte ich die kaum spiegelnde Version von SCHOTT. Ich zitiere die Vorteile dieses Glases von der Website des Herstellers:

Vollkommen transparent

SCHOTT MIROGARD® ist ein entspiegeltes, vollkommen transparentes Glas zur Bildverglasung, das in den beiden Varianten MIROGARD® plus und MIROGARD®Protect auch mit erhöhtem UV-Schutz lieferbar ist. Es minimiert Reflexionen auf unter 1 % und sorgt für originalgetreuen Kunstgenuss. Der ideale, unsichtbare Schutz – für alte Meister und junge Talente.
Hier noch einmal die beiden gerahmten Bilder ohne störende Sonneneinstrahlung:


Mittwoch, 23. Dezember 2015

Weihnachtsgruß

Allen meinen Bloglesern wünsche ich von Herzen ...



Gestern wurde das Portrait fertig. Nun wartet es nur noch auf Fixierung und einen passenden Rahmen:


Ich bin frei für neue Aufgaben ...

Freitag, 18. Dezember 2015

Querbinder für Querdenker ;-)

Die hat jetzt richtig Spaß gemacht! Ein schönes Fliegenbild aus dem WeltWeitengeWebe ausgesucht, abgezeichnet, eingescannt, digital mit Titel und Rahmen versehen ... fertig!



Natürlich soll die Schrift in Handlettering hinzugefügt werden, nur für mein Blog habe ich es jetzt schon mal so gemacht. 

Genug für heute ...

Feinheiten, Feinheiten und nochmals Feinheiten ... sie machen die realistische Wirkung der Zeichnung aus. Immer wieder werden Passagen überarbeitet, verschiedene Bleistift-Härtegrade  dabei verwendet, Papierwischer, Papiertaschentuch für die weichen Übergänge benutzt. 

Für heute werde ich wohl das Portrait beiseite legen, allerdings noch den Querbinder fertig zeichnen.

Der Portraitierte soll sein Geschenk am 14. Januar erhalten. Dann soll es aber auch fixiert und fertig gerahmt sein. Das wird eine Überraschung! Er hat keine Ahnung ...!



Weiter ... und ich habe noch eine ergänzende Idee!





Zu dem Portrait wird es noch eine zweite Zeichnung geben, die neben dem Portrait hängen soll. Der abgebildete Herr ist gern Querdenker und trägt einen Querbinder ... eigentlich immer. Zumindest dann, wenn er beruflich unterwegs ist. Daher MUSS er dazu, der Querbinder, die Fliege - persönliches Merkmal ...


Donnerstag, 17. Dezember 2015

Ich bin beruhigt

Ich bekomm's wieder hin. Das Zeichnen selbst macht mir eh viel Spaß, nur das Fotografieren ist anstrengend. Die dunklen Graphitflächen spiegeln sehr leicht, wenn das Licht im falschen Winkel auf die Zeichnung fällt. Am besten geht es noch bei Tageslicht. 
Hier ein Eindruck vom Ergebnis des heutigen Tages:


Dienstag, 15. Dezember 2015

Noch einmal auf Anfang!

SHIT HAPPENS!

Was ist passiert?

Ich wollte vor ein paar Tagen mit dem Zeichnen aufhören, weil es Abendbrot geben sollte. Schnell wischte ich noch ein-, zweimal mit meinem Staubpinsel über die Zeichenfläche, um die Radierfussel abzuwischen und das Bild aufzustellen, bis ich wieder daran zeichnen würde. 

Böser Staubpinsel!


Nein, ich war's! Ich war nicht achtsam genug, wollte schnell meinen Zeichenplatz verlassen und wischte unkonzentriert übers Papier. Dann schaute ich mir das Portrait noch einmal an. 

NANU??? Was ist denn das für ein merkwürdiger Strich auf der Stirn des Mannes? 

Bis ich kapierte, was passiert war, brauchte ich eine Weile. Doch erinnerte ich mich an meine letzte Handlung und als ich einen Verdacht bekam, wischte ich mit dem Pinsel noch einmal über ein anderes Stück Papier. 
ACH HERRJEMINEEE! Die Pinseleinfassung, also das Holz, hinterlässt ja dunkle Striche! 

Nun war es geschehen! Ich probierte ganz vorsichtig, die schäbige Linie zu entfernen. Sie ließ sich nicht wegradieren. Nicht mit einem weichen Radierer. Also nahm ich den harten, der allerdings die Oberfläche des Papiers beschädigte. 

PERDU!! Nichts mehr zu machen ... 



Natürlich versuchte ich, auf der radierten Oberfläche den vorherigen Zustand wieder herzustellen, doch es funktionierte nicht. Der schäbige dunkle Strich kam immer wieder durch. Ich beschloss, mich nicht schwarz zu ärgern, sondern die potenzielle Wut-Energie in einen Neuanfang zu stecken. Vorher versah ich das Bild noch mit einem Gedanken ... es sollte den Bildtitel darstellen. Nein, gefällt mir nicht! Buchstaben sollen nicht auf der Zeichnung erscheinen, außer meiner Signatur. 

Der Bildtitel wird auch ein anderer sein. Später ...

Also alles noch einmal auf Null!

Und so habe ich heute wieder begonnen ... zuerst das Auge ...



Samstag, 5. Dezember 2015

Digitale Bildbearbeitung

Was für interessante und vielfältige Möglichkeiten mein Smartphone bietet, habe ich gerade erst entdeckt. Obwohl ich es schon seit zwei Jahren besitze. Um ein Beispiel zu zeigen, habe ich mal das aktuellste Portrait verwendet, das ich auf dem Smartphone selbst bearbeitet habe. Zwar stellt das Portrait bisher nur ein Auge und ein Ohr dar, und doch hat es schon so durch die Bearbeitung einen gewissen Reiz.
Ist Shabby Chic nicht gerade en vogue?


In den letzten Tagen bin ich nicht zum Zeichnen gekommen, habe stattdessen viel gestrickt und gewichtelt. Es ist halt Adventszeit ... und doch soll das Portrait bald fertig sein. Der Portraitierte hat bald Geburtstag und soll es dann bekommen.